Wer Hundefutter im Fachhandel verkauft oder als Wiederverkäufer eigene Produkte anbietet, kommt an der Deklarationspflicht nicht vorbei. Fehlende oder unvollständige Pflichtangaben auf der Verpackung führen im schlimmsten Fall zu Beanstandungen und Vertriebsstopps. Dieser Leitfaden gibt Ihnen einen praxisnahen Überblick, worauf es bei der Deklaration von Hundefutter ankommt, ohne eine vollständige juristische Beratung zu ersetzen.
Warum Deklaration im Fachhandel relevant ist
Als Fachhändler tragen Sie zwar in der Regel nicht die volle Herstellerverantwortung für die Kennzeichnung fremd produzierter Markenware, sollten die Grundlagen der Deklarationspflicht aber dennoch kennen. Das gilt besonders dann, wenn Sie über Private Label eine eigene Marke aufbauen und damit selbst als Inverkehrbringer der Ware auftreten. In diesem Fall sind Sie dafür verantwortlich, dass die Verpackung alle erforderlichen Angaben enthält, bevor die Ware an Endkunden verkauft wird.
Welche Angaben grundsätzlich zur Kennzeichnung gehören
Bei Heimtierfutter gehören unter anderem folgende Angaben zu den üblichen Pflichtinformationen auf der Verpackung:
- Bezeichnung des Futtermittels und Tierart, für die es bestimmt ist
- Zusammensetzung beziehungsweise Zutatenliste in absteigender Reihenfolge des Anteils
- Angaben zu tierischen Nebenerzeugnissen, sofern enthalten
- Analytische Bestandteile wie Rohprotein, Rohfett, Rohfaser und Rohasche
- Mindesthaltbarkeitsdatum und Chargennummer zur Rückverfolgbarkeit
- Angaben zu Hersteller beziehungsweise Inverkehrbringer inklusive Kontaktadresse
- Nettofüllmenge der Verpackung
Welche Angaben im Detail verpflichtend sind, hängt von der genauen Produktkategorie und den jeweils geltenden futtermittelrechtlichen Vorgaben ab. Lassen Sie die konkrete Kennzeichnung Ihrer Produkte daher immer im Einzelfall prüfen, insbesondere bei neuen Rezepturen oder Produktkategorien.
Besonderheiten bei getreidefreien und Monoprotein-Produkten
Gerade bei getreidefreien Rezepturen und Monoprotein-Sorten schauen Kunden besonders genau auf die Zutatenliste, da diese Angaben oft die zentrale Kaufentscheidung darstellen. Eine korrekte, eindeutige Deklaration ist hier doppelt wichtig: Zum einen aus rechtlicher Sicht, zum anderen, weil Kunden mit Futtermittelunverträglichkeiten sich vollständig auf präzise Angaben verlassen müssen. Eine Proteinquelle, die nicht sauber deklariert ist, kann bei sensiblen Hunden zu echten gesundheitlichen Problemen führen und das Vertrauen in Ihre Marke nachhaltig beschädigen.
Deklaration bei Lohnfertigung und Private Label
Wenn Sie über Lohnfertigung oder OEM eine eigene Produktlinie aufbauen, wird die korrekte Deklaration Teil des gemeinsamen Produktionsprozesses. Wir stimmen die erforderlichen Pflichtangaben bereits während der Rezeptur- und Verpackungsabstimmung mit Ihnen ab, damit Ihre eigene Marke von Anfang an mit einer vollständigen und korrekten Kennzeichnung in den Handel geht. Das erspart Ihnen im Nachhinein aufwendige Korrekturen an bereits gedruckten Verpackungen.
Was bei Reklamationen wegen fehlender Angaben hilft
Sollte es dennoch zu einer Beanstandung wegen der Kennzeichnung kommen, hilft eine lückenlose Dokumentation: Rezeptur, verwendete Rohstoffe, Chargennummer und der genaue Verpackungstext sollten für jede Produktionsrunde nachvollziehbar archiviert sein. So lässt sich eine Beanstandung schnell einordnen und, sofern nötig, gezielt korrigieren, statt die gesamte Produktlinie in Frage zu stellen.
Praxistipp für den täglichen Verkauf
Auch im laufenden Tagesgeschäft lohnt sich ein geschulter Blick auf die Kennzeichnung eingekaufter Ware. Prüfen Sie bei neuen Lieferanten oder neuen Sorten stichprobenartig, ob Zutatenliste, Herkunftsangaben und Mindesthaltbarkeitsdatum vollständig und gut lesbar auf der Verpackung stehen. Das schützt nicht nur Sie als Händler, sondern gibt auch Ihrem Verkaufspersonal Sicherheit im Beratungsgespräch, etwa wenn Kunden gezielt nach der genauen Zusammensetzung von Leckerlis oder Kausnacks fragen.
Deklaration als Vertrauensfaktor nutzen
Eine saubere, vollständige Deklaration ist mehr als eine rechtliche Pflicht, sie ist ein sichtbares Qualitätsmerkmal, das Kunden zunehmend aktiv einfordern. Fachhändler, die ihren Kunden auf Nachfrage präzise Auskunft zu Zusammensetzung und Herkunft geben können, stärken damit langfristig das Vertrauen in ihr gesamtes Sortiment. Wenn Sie Fragen zur Deklaration unserer Produkte oder zu einer eigenen Private-Label-Linie haben, sprechen Sie uns direkt an, wir unterstützen Sie mit unserer Erfahrung aus zahlreichen Kennzeichnungsprojekten.

